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Amuse-Gueule aus der Philosophenküche

kein „kleiner Gaumenkitzler“ aber ein „kleiner Hirnkitzler“
ausgewählte Zitate aus dem Vortrag von Dr. Siegfried Reusch

Aus dem Jetzt als Einfaltung aller Zeit
werden Zukunft und Vergangenheit;
Die Ruhe wird als Einfaltung aller Bewegung verstanden.

Mit Einfalten wird sozusagen das Schöpfen, das Erfinden eines Prinzips, bezeichnet aus dem sich dann Neues entfalten lässt.

Leibniz (1646–1716) hat diese Begrifflichkeit dann in seiner Moandenlehre wieder aufgenommen.
Die Falte ist bei Leibniz die Metapher für die Unendlichkeit.
Eine Unendlichkeit, die in sich zusammenhängend, die verbunden und nicht in Einzelteile separiert ist.

Monaden sind die kleinsten unteilbaren Einheiten des Weltaufbaus. Sie sind unteilbar, unausgedehnt, immateriell und abgeschlossen (fensterlos). Es sind sozusagen, unzerstörbare Kraftzentren seelischer Art.

In jeder Monade ist die ganze Welt eingefaltet.
Bis ins kleinste Detail, unendlich. Alles ist in jeder Monade enthalten, aber nicht aktualisiert, sondern eingefaltet.

Jacques Derrida zufolge erlaubt es die Philosophie der Moderne nicht, das zu denken was in den Falten und Brüchen des Lebens verborgen liegt und in den Diskursen aufscheint.

Wer alles aus oder mit einem Prinzip zu erklären versucht, verliere das Wesentliche aus dem Blick:
Und das sind: Vielheit, Differenz, Eigenheit, Besonderheit.

Es geht ihm um das in den Falten oder durch Falten Verborgene. So werden wir auf einen weiteren Aspekt der Falte aufmerksam: Das in den Falten verborgene oder durch Falten zu Verbergende. Es geht um das Geheimnis.